4.12.2017

Der Bock als Gärtner

Weshalb schließen sich gerade diejenigen Populisten an, die eigentlich ihre Opfer sind? Die Mehrzahl autokratischer Idole wie Donald Trump, Erdogan, oder Putins Cliquen zählt zu den Profiteuren der Globalisierung, sie entziehen zusätzlich im großen Stil ihren Ländern Steuern. Man kann daher kaum annehmen, dass sie als Politiker echte Solidarität mit den Minenarbeitern, Bauern oder Kleinunternehmern aufbringen, die sie wählen.

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23.10.17

Todesfest

Was hat das Massaker von Las Vegas mit Amokläufen und mit Selbstmordattentaten gemeinsam?

Über das Motiv des Mörders, der aus dem Fenster des Mandalay Bay Hotels ein Blutbad anrichtete, werden Spekulationen angestellt, die Medien tragen alle Schnipsel zusammen, die der furchtbaren Tat einen rational fassbaren Sinn verleihen könnten. Die Frage „Warum?“ steht auf vielen Schildern, die in letzter Zeit auf den Straßen aufgestellt werden, inzwischen auch auf dem Platz vor dem Mandalay Bay Hotel.

 

Die eingangs gestellte Frage impliziert, dass es etwas Gemeinsames geben könnte zwischen dem „Las Vegas Massacre“, das in der traurigen Reihe anderer „Massacres“ steht und der religiösen Raserei fundamentalistischer Selbstmordattentäter. Ich glaube, dass die Antwort in unserem Umgang mit dem Tod zu finden ist.

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2.5.2017

Mein neuer Roman: "Die abenteuerliche Reise des Pieter van Ackeren in die Neue Welt" wird im Emons Verlag Köln dieses Jahr im August erscheinen. Eben sind die letzten Korrekturen abgeschlossen.

Die Beschreibung und eine Leseprobe befinden sich auf der "Bücher"-Seite, das Cover werde ich einfügen, wenn die Verlagsvorschau erscheint (am 22.5.17).

 

Ich möchte auch auf meine neue Rubrik "Gebrauchsskulpturen" aufmerksam machen. Vielleicht ist der Begriff nicht glücklich - ich könnte auch sagen: Dinge, die man immer wieder in die Hand nimmt, zu denen man eine Beziehung bekommt, wenn man sie benutzt, Dinge, die eine Gestalt besitzen, schließlich auch: Dinge, von denen man lernt.

 

Noch eine Ankündingung habe ich zu machen: ich werde dieses Jahr vom 20. -23. Oktober in der Mannheimer Freizeitschule einen Schmiedekurs für Anfänger/innen anbieten, vom 2.-4. Februar 2018 einen weiteren zum Messerschmieden. Das Programm wird demnächst erscheinen unter: www.freizeitschule.de.

 

 

28.10.2016

Ich habe hier lange keinen Text mehr veröffentlicht. Mich hat ein Romanprojekt beschäftigt, das jetzt weitgehend abgeschlossen ist und zur Veröffentlichung bearbeitet werden soll.

Ein paar Mal habe ich überlegt, ob ich diese Reihe fortsetzen soll und mit welcher Haltung ich das tue. Am ehesten scheint es mir eine Form zu sein, mich zu äußern, in einer Zeit, die einen mutlos machen könnte. Aber nicht stumm. Ich freue mich über die Gedanken von denen, die hierher kommen und mir eine Mitteilung machen möchten.

 

16.1.16

Todeskulte

„Arbeit ist der aufgeschobene Tod“, behauptet Jean Baudrillard in seinem Werk: „Der symbolische Tausch und der Tod“, in dem er die Ökonomie der Moderne als fatalen Irrweg bezeichnet. Weil sie alles, was unproduktiv ist, ausschließen will, aber den Tod nicht aus der Bilanz zu tilgen vermag, nachdem sich das Dasein gegen nichts austauschen lässt. Der stärkste Gegner der Produktion ist der Tod.

Weshalb üben Todeskulte, wie der „Islamische Staat“, solche Faszination aus, vor allem auf junge Leute? Weshalb sind Dschihadisten blind für die Realität außerhalb ihrer Sektenburg?

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20.1.16

Symptom Feminophobie. Überlegungen zu den Übergriffen in Köln und anderswo.

Wenn ein aufgeklärtes Denken das Geschlecht weniger als biologische sondern kulturelle (oder soziale oder politische oder psychologische) Tatsache begreift, dann besitzt es determinierende Funktionen und nicht determinierende Eigenschaften. Diese Funktionen lassen sich nur wechselseitig verstehen.

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26.10.2015

Aktuell bin ich mit einem neuen Romanprojekt beschäftigt. Es gibt aber hier einiges zum Stöbern, ab und zu ein neues Foto oder eine Metallarbeit...

 

7.6.2015

Dame mit Hut

Die Grenze zwischen den Lebenden und den nicht mehr Lebenden ist schmal, man will es nicht wahrhaben. Eine seltsame Begegnung, vielleicht eine Halluzination, führte zu dieser Geschichte.

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15.3.2015

Der Frühling kommt. Anlass für manches. Für mich unter anderem, meine Schmiede wieder in Betrieb zu nehmen. Wenn Sie wollen, nehme ich Sie mit.

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16.2.2015

Geld und Sex. Sex und Geld. Der Ameisenstaat.

 Biologismen, ich weiß. Dennoch – die Ameisen haben einen Staat, sie haben vielleicht sogar eine Gesellschaft. Wahrscheinlich besitzen sie nur sehr wenig Individualität und dennoch stirbt jede für sich allein. Das ist nicht nur eine Floskel.

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13.1.2015

Die folgenden Überlegungen setzen meine beiden vorangegangenen Essays „Der Kadaver Gottes“ und „Die Lieblinge des Midas“ fort, eine Diskussion also über archaische Symbolik und westliche Werte.

Dazu möchte ich den Begriff des „Opfers“ ins Spiel bringen. Weil ich - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der jüngsten Bluttat in einer Pariser Zeitungsredaktion, bei der zwölf Menschen in einem vorgeblichen Racheakt getötet wurden - den Eindruck habe, dass solche religiös-fundamentalistische Gewalttaten in Form einer Opfertat vollzogen werden mit dem Versuch, Gewalthandlungen zu sakrifizieren.

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17.12.2014

Wie ich Schiller losgeworden bin

Wer kann von sich sagen, dass er einmal etwas wirklich Großes erlebt hat? Manche Leute können das, sicher. Ich könnte es auch, aber ich habe es verpatzt.

Ich bin nämlich Schiller begegnet. Ja, Schiller. Aber lesen Sie selbst, ich habe es aufgeschrieben.

 

Der Tag, an dem ich Schiller begegnet bin, war ein Sonntag. Mein Sohn Florian ging an die Tür, als es klingelte...

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23.11.2014

Lob des Dilettantismus. Sapeurs.

Ich bleibe noch beim Schmecken, das Thema hat etwas Verführerisches. Beim Internationalen Mannheimer Filmfestival habe ich einen Beitrag gesehen, der mich zu der folgenden Betrachtung angeregt hat.

Das aktuelle Bild, das dazu passt, ist in Madrid entstanden, auf der Plaza Mayor. Vor allem die Kinder haben die enormen Seifenblasen bewundert. Für die Erwachsenen waren sie, wie manches, nicht mehr so interessant.

 

"Ist das Ihr Hobby?" Wer die Frage fürchtet, kennt das Problem....

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22.10.2014

Das Teehaus

Auf einer Japanreise im letzten Herbst, bei der auch das Bild von den Kois aufgenommen wurde, ist diese (bisher noch nicht veröffentlichte) Kurzgeschichte entstanden.

 

Jeden Dienstag in der Frühe besuchte Herr Tanizaki den Garten des Kaisers...

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13.10.2014

Die Lieblinge des Midas. Zur Alchemie mit der Schuld.

Ich habe inzwischen einige Zuschriften zu meinem Artikel "Der Kadaver Gottes", eingestellt am 26.9.2014, erhalten. Über die Offenheit und die bereichernden Gedanken darin habe ich mich sehr gefreut. Die Beiträge ermutigen mich dazu, den Diskurs noch einmal aufzugreifen. Ich füge einen Artikel an, in dem ich einen weiteren Aspekt erörtern möchte.

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26.9.2014

Der Kadaver Gottes. Dschihadismus und westliche Werte.

Der Dschihadismus hat Konjunktur. In den letzten drei Jahren sind nach Recherchen des New Yorker Soufan Instituts 12 000 junge Männer, ein Viertel von ihnen aus westlichen Ländern, in den heiligen Krieg gezogen, die meisten zog es zur IS-Miliz. Sie werden nicht davon abgehalten, dass...

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22.9.2014

Hier beginnt, was aktuell ist. Das werden Texte sein, auch Bilder, manchmal beides zusammen.

Die Kolumne, die so entsteht, wird ihr eigenes Archiv werden. Ein Schaufenster, das immer neu dekoriert wird.

Wenn ich etwas geschrieben habe, das fertig ist, soll es vom Schreibtisch verschwinden, sonst wird es schwerer, etwas Neues zu schreiben. Vieles kommt in die Schublade, ab und zu wird ein Buch daraus. Manches wird ins Schaufenster gestellt. Man kann davor stehen bleiben und hineinschauen. Wer vorbei kommt und nachsieht, wird immer wieder etwas darin finden. Ein neues Bild, einen neuen Text. Auch Veranstaltungen werden hier angekündigt werden.

Ich freue mich über Kommentare und werde sie beantworten.

 

8.11.2013

Kaldaunen im Pharamond

Das neue Bild zeigt eine der schönsten Johannisbeertorten, die mir je begegnet ist. Sie wird im Schwarzwald gebacken, in Furtwangen, ich sage nicht, wo. Das verrate ich nur bei persönlichem Kontakt

Unter den Zuschriften, die ich in den letzten Tagen bekam, befand sich eine, die mir einen Hinweis auf die tiefere Wortbedeutung der Artbezeichnung "Sapiens" beim "Homo Sapiens" gab. Ich habe etwas gelernt: Dass "Sapere" sich nämlich vom Schmecken bestimmt und dass die "Weisheit" der Menschenart, zu der wir gehören, des "Homo Sapiens" eben, eine weiter gefasste Interpretation darstellt. Der Schmeckende also. Nach unseren Vorfahren, dem "Habilis", dem "Erectus" und dem "Neanderthalensis", dem man sonst nichts mitgegeben hat, als den Fundort. Wenn man uns Zeitgenossen das Schmecken zutraut, dann passt die folgende Geschichte, die ich (nichts ahnend von "Sapiens") vor einiger Zeit geschrieben habe.

 

Aus der Unterwelt stammen sie, aus dem behüteten Dunkel des Leibes, von dem nichts Lebendes etwas wissen möchte. Zu erschreckend die Vorstellung...

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