28.10.2016

 

Ich habe hier lange keinen Text mehr veröffentlicht. Mich hat ein Romanprojekt beschäftigt, das jetzt weitgehend abgeschlossen ist und zur Veröffentlichung bearbeitet werden soll.

Ein paar Mal habe ich überlegt, ob ich diese Reihe fortsetzen soll und mit welcher Haltung ich das tue. Am ehesten scheint es mir eine Form zu sein, mich zu äußern, in einer Zeit, die einen mutlos machen könnte. Aber nicht stumm. Ich freue mich über die Gedanken von denen, die hierher kommen und mir eine Mitteilung machen möchten.

 

Todeskulte

 

„Arbeit ist der aufgeschobene Tod“, behauptet Jean Baudrillard in seinem Werk: „Der symbolische Tausch und der Tod“, in dem er die Ökonomie der Moderne als fatalen Irrweg bezeichnet. Weil sie alles, was unproduktiv ist, ausschließen will, aber den Tod nicht aus der Bilanz zu tilgen vermag, nachdem sich das Dasein gegen nichts austauschen lässt. Der stärkste Gegner der Produktion ist der Tod.

Weshalb üben Todeskulte, wie der „Islamische Staat“, solche Faszination aus, vor allem auf junge Leute? Weshalb sind Dschihadisten blind für die Realität außerhalb ihrer Sektenburg?

Wenn man den Pfad verfolgt, dass in allen Irrwegen ein Körnchen Wahrheit stecken mag - vielleicht nicht im Ziel, aber in der Bewegung, die auf den Weg führt - so besteht es vielleicht darin, dass Jugend sich noch nicht arrangieren mag mit der Kleinlichkeit und den Demütigungen des Lebens. Dass sie nach Souveränität strebt mit der ganzen Unbedarftheit, die ihr zu eigen ist. Sie ist dem Leben näher als die Saturierten und will sich nicht zufrieden geben mit der bloßen „Teilhabe“ an einem allumfassenden Konsumismus per Mausklick, nicht mit der Ignoranz der Etablierten gegenüber ihren Zukunftsträumen. Jugend kann Sehnsucht empfinden, aber auch Hass: Den destruktiven Hass, der als Zustand wirkt und sich seine Ziele aus Schubladen heraussucht.

Hält man das Körnchen Wahrheit fest, so lässt es einen spüren, wie sehr Produktion und Konsum (was längst dasselbe ist), eine dumpfe Landschaft der Servilität und Arroganz geschaffen haben. Der Hass ist ein Teil davon. Man unterwirft sich - nicht irgendeiner Macht, sondern den Gewohnheiten. Der ständigen Handhabung von Kommunikations- und Mobilitätsprothesen, dem Dasein in der Warteschleife, im Stau der Vielen, die hoffen, dass sie noch drankommen. Einige schwimmen auf dem Schaum des Mehrwerts und verachten ganz offen die, die in die Gewinnzone nicht hinein gelangen, weil sie den Eintritt nicht mehr bezahlen können.

Die Freiheit wohnt auf den Bergen.

Der Irrweg der Souveränität aber ist das Ressentiment, der Hass. Wer bloß noch Anwender sein darf, wenn das „Ich“ nur noch eine Adresse ist im Strom des medialen Geflickers, entwickelt man leicht das Gefühlt, betrogen zu sein. Und doch gibt es die Betrüger gar nicht, es gibt nur den Hass als Grundgefühl, aus dem heraus sich viele finden lassen, die als Betrüger entlarvt werden müssen. Wer Schuld zuweisen kann, ist endlich jemand.

Souveränität aber bedeutet: Von sich aus Nehmen dürfen und Geben können: Und selbst entscheiden, wann. Nicht: Kaufen können oder eintauschen oder sich optimieren wie ein Produkt. Wer nehmen darf, genießt Achtung und Würde, wer geben kann, auch.

Was hat das mit Todeskulten zu tun?

Kulte, die mit dem Tod spielen, sind Gemeinschaften, die sich einem dystopischen Ideal verschwören. Mag es religiös sein wie im Falle des „Islamischen Staates“ oder profan wie bei anderen ideologischen Gruppierungen, die sich eine transzendente Sendung geben wollen. Sie geben dem Eintretenden eine elitäre Identität und sie befinden sich in einem Kampf gegen etwas. Islamistische Todeskulte haben der globalen Produktion den Kampf angesagt, und ihre todessüchtigen Eliten haben gute Chancen, diesen Kampf ideologisch zu gewinnen, weil ihnen die schale Welt von Produktion und Konsum auf der Ebene der Werte nichts entgegensetzen kann. Sie versprechen ja, dem Nihilismus ein Ende zu setzen, dessen schlimmste Ausgeburten sie in Wirklichkeit darstellen. Ein Selbstmordattentäter kann natürlich getötet werden, ehe er seine Tat ausführen kann. Er hat aber das furchtbare Spiel, in dem er angetreten ist, dennoch gewonnen, und seine kultisch denkenden Brüder und Schwestern sehen das ebenso.

Wenn Arbeit der aufgeschobene Tod ist – wie Baudrillards Hegel-Kondensat lautet - dann ist der selbst gewählte Tod ein revolutionärer Akt, der die Macht besitzt, die Arbeit aufzuheben und damit auch alles andere, was mit der Arbeit bewerkstelligt werden kann: Zivilisation, Kunst, Kultur.

Denn die „Aufschiebung“ des eigenen Todes durch Arbeit ist ja nichts anderes als das Leben und dessen zeitliche Fülle, die wir gestalten können, indem wir uns der Arbeit unterwerfen und damit gemäß Hegel eben die „Knechte“ sind. Wer statt dessen bereit ist, den Tod anzunehmen zu jeder Zeit, der vermag souverän zu sein. In dem magischen Augenblick, in dem er dem Tod begegnet, ist er „Herr“.

Todeskulte werden von solcher Magie angezogen, weil sie die Sehnsucht nach Souveränität zu beantworten versprechen und weil sie dem Hass ein Ziel geben. Ihre Adepten müssen nur bereit sein, für die Sache zu sterben, dann ist ihr Leben auf einmal Einsatz in einem Spiel, das immer groß ist, weil es so tut, als spiele der Tod mit. Die große „Sache“, wes Inhalt sie immer sei, reklamiert das Opfer des Lebens und der von den Tätern in den Tod Gerissenen für sich, die Ideologie der großen Sache nährt sich an diesem Phantasma wie ein Krebsgeschwür. Nicht umsonst ziert der Totenkopf das Piratenschiff gerade so wie die Kragenspiegel von SS-Uniformen, ist die schwarze Fahne des IS ein Zeichen des vorweggenommenen Sieges über die Zivilisation. Deshalb zerstören die Gottgeweihten die Zeugnisse der Geschichte und der Kultur, weil sie glauben, sie könnten sie überwinden.

Was kann man tun?

Die globale Produktion verstellt den Blick dafür, dass ihre Grundidee der Geiz ist (oder der Gewinn, was dasselbe ist). Sie erzeugt den Hass derer, die zu kurz kommen und das sind immer mehr. Immer mehr Menschen in der global kommunizierenden Welt fühlen sich betrogen und flüchten in einen Hass, der ansteckend ist.

Aber das Leben ist nicht geizig und es sucht keinen Gewinn. Es ist ein Akt der Verschwendung. Und es ist genug da, um es zu verteilen.

Das Dasein, um noch einmal mit Baudrillard zu reden, tauscht sich gegen nichts aus. Es ist nicht käuflich, nicht kreditierbar und nicht tauschbar. Es ist ein Ereignis und kein Produkt, sondern ein Geschenk.

Was kann man tun?

Was tun in einer Welt, die noch nihilistischer geworden ist, als Nietzsche, der Prophet des Nihilismus, es sich hätte vorstellen können, als er einst den Tod Gottes ausrief, nicht als Triumph, sondern als Verlust, unumkehrbar.

Man kann dem Geiz entgegen treten und damit dem Hass, man kann versuchen, die Entsolidarisierung von Gesellschaft zu verhindern. Man kann die Reste des symbolischen Tausches - nichts anderes eben als die nicht käuflichen Teile des Lebens - vor der Lawine der Produktion schützen. Man kann Liebe, Freundschaft, Familie, Erbarmen wieder zu Werten machen (ach nein: Werte sind ja schon wieder etwas wert...) sagen wir besser: Ihnen zur Würde verhelfen.

Leben ist ein unverstandenes Privileg. Und das Universum ist wahrscheinlich ein sehr ausgedehnter Ort des Todes. Die Sterne, zu denen schon die ersten Menschen in Angst hinauf geschaut haben, sind seine Ornamente.

Rücken wir näher zusammen, schauen wir uns in die Augen.

16.1.2016

Symptom Feminophobie. Überlegungen zu den Übergriffen in Köln und anderswo.

 

Wenn ein aufgeklärtes Denken das Geschlecht weniger als biologische sondern kulturelle (oder soziale oder politische oder psychologische) Tatsache begreift, dann besitzt es determinierende Funktionen und nicht determinierende Eigenschaften. Diese Funktionen lassen sich nur wechselseitig verstehen.

Pontiert gesprochen gestaltet die „Frau“ wesentlich den „Mann“ und der „Mann“ wesentlich die „Frau“. Die Geschlechter können sich kulturell nicht vollständig aus sich selbst heraus gestalten.

Mir ist bewusst, dass die jüngsten Ereignisse in Köln und anderswo von mehreren Faktoren bestimmt wurden. Von solchen des Zufalls, der besonderen Gelegenheit und einigen anderen dazu, wie etwa von der Entschlusslosigkeit der Polizei und der Annahme der Täter, dass sie straflos bleiben werden. Aber sie haben eine Debatte weiter transportiert, zu der ich mich von einem bestimmten Blickwinkel aus äußern möchte, da die Täter wie inzwischen feststeht, zum größten Teil aus nordafrikanischen Ländern stammt, in denen patriarchalische Verhältnisse herrschen und da man deshalb leicht dazu tendiert, das kriminelle und sexistische Verhalten, das die Betreffenden gezeigt haben als „fremd“ zu konnotieren, was meiner Ansicht nach nur zum Teil richtig ist. Die nachfolgenden Überlegungen wollen einen Beitrag zur Differenzierung leisten, wobei die Gedanken zum Begriff der Feminophobie über das aktuell Geschehene sicherlich weit hinaus greifen, gleichwohl gehören diese Gedanken dazu.

Als Feminophobie (i.e. Frauen-Hass, Angst vor Frauen) könnte man ein Verhalten bezeichnen, das Frauen entwertet, weil sie Frauen sind und als Frauen in Erscheinung treten. Und sie deshalb Angriffe, Verleumdungen, Zurücksetzungen erfahren lässt, die von Männern begangen werden. Feminophobie ist nicht einfach nur Chauvinismus oder Sexismus, sie ist symbolisch determiniert und will erkennbare Zeichen setzen. Zeichen, die die Natur des Weiblichen treffen, wie Säureattentate gegen unverschleierte Frauen, sexuelle Übergriffe mit entwürdigendem körperlichem Kontakt, Beschmutzung, öffentliche Beschämungen oder familiäre Gewalt, die mit physischen Verletzungen verbunden ist. Somit ist Feminophobie auch eng verbunden mit ähnlich agierender Homophobie, die auf die Erscheinung des Schwulen zielt und in erster Linie aus (männlicher) Angst vor „Verweichlichung“ entsteht.

Feminophobes (und homophobes) Verhalten, ausgestaltet in Exzessen, die teilweise bis zur Tötung von Frauen, zum Feminizid führen, nimmt weltweit zu. In Gottesstaaten, in Militärstaaten und Diktaturen muslimischer Prägung, in Autokratien mit „starken“ Führern, in hinduistisch geprägten Ländern wie in Indien oder christlich geprägten wie in Mexico, wo in der Region Juarez seit Jahren hundertfach systematisch organisierte Bandenmorde an Frauen begangen wurden, von denen die wenigsten aufgeklärt wurden. Weltweit nimmt auch der vorgeburtliche Feminizid zu, etwa in China oder in Indien, dies geschieht aber auch in anderen Ländern. Die „strategische“ sexuelle Gewalt gegen Frauen durch den IS, afrikanische Milizen und reguläre Armeen wie in Syrien ist quasi die Regel bei deren Kriegsführung geworden. Auch in Deutschland wurden und werden in einer klandestinen Parallelkultur sogenannte „Ehrenmorde“ begangen, die nichts anderes als Feminizide sind, mit denen die Familienehre (die zum größten Teil Männer-Ehre ist), wiederhergestellt werden soll. In vielen muslimisch geprägten Ländern ist der öffentliche Raum, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit ausschließlich Männern vorbehalten. Frauen werden, wenn sie ihn betreten, gewaltsam sanktioniert. Die Übergriffe gegen Frauen auf dem Tahrir-Platz, mit denen der „Arabische Frühling“ endete, haben auch den Hintergrund, dass der politische Raum (wieder) ein männlicher zu sein habe. Last but not least zegt Pornografie, die medial international produziert und konsumiert wird, sehr oft feminophobe, erniedrigende Muster bis hin zu expliziter Gewaltanwendung.

Der Versuch einer Erklärung kann vielleicht zum besseren Verstehen führen und vielleicht sogar ein Beitrag zur Änderung sein. Meine Hypothese ist die, dass Feminophobie als exzessives „männliches“ Dominanzverhalten meistens einer Dysbalance der Geschlechterkultur entspringt, die durch rasche Änderungen einer festgeschriebenen Kultur entsteht, bei der gesellschaftliche Verwerfungen entstehen, durch die Männer verunsichert werden. Wenn Geschlechter als kulturelle Tatsachen wirken, ist ihre wesentliche Funktion systemisch gesehen die der Bindung. Nicht zu verwechseln mit Ebenbürtigkeit, aber zu sehen als gesellschaftlich stabilisierender Faktor. Das Geschlecht funktioniert aber auch als Reiz, als Herausforderung des jeweils anderen Geschlechts, das seine Bestätigung dadurch erfährt, das es auf die Herausforderung zu reagieren vermag, sonst gäbe es keine Erotik zwischen den Geschlchtern. Die Frau gestaltet den Mann und der Mann gestaltet die Frau. Dies aber nie in bloßer Harmonie, wie jedes Spiel Spannung braucht, damit es sich entfaltet. Mit anderen Worten: Der Stolz, eine Frau oder ein Mann zu sein, weil man so wahrgenommen wird, bedeutet nicht bloß eine statische Eigenschaft oder Tatsache, sondern wird als dynamische Herausforderung erlebt, auf die vom anderen Geschlecht regelkonform geantwortet wird. Dieses ständig ablaufende Spiel kann sozial konstituierend oder es kann destruktiv verlaufen, es kommt auf die Regeln an.

In traditionell strukturierten Kulturen, die sich mit religiösen und anderen symbolischen Mustern stabilisieren, ist der Medienkonsum eingebrochen wie eine Tsunami-Welle. Innerhalb eines Menschenlebens, eigentlich sogar innerhalb der kleinen Zeitspanne einer Jugendzeit hat eine permissive, nihilistische und sexualisierte Produktewelt jeden Winkel der Erde erreicht und konkurriert mit schnellen Bildern und virtueller Pseudorealität gegen überkommene Werte, deren Wesen und Gewicht oft darin besteht, dass sie über einen langen Zeitraum erworben werden wollen. Wer könnte einem solchen Einbruch widerstehen und - wer setzt etwas dagegen? Wer wagt es überhaupt, wer und was wäre stark genug dafür?

Weshalb kann es sein, dass Hunderte von angeheizten Männern, unter denen anteilig viele muslimisch sozialisierte Asylanten sind, in einer deutschen Großstadt gezielt Frauen angreifen, sexuell belästigen und bestehlen, obwohl die Genannten sich und ihren Leidensgenossen, die als Flüchtlinge in dem Land aufgenommen wurden, in dem sich das abspielt, damit nicht nur einen Bärendienst erweisen, sondern in geradezu bewusstloser Manier Gastfreundschaft und Anstand hinter sich lassen?

Eine der augenfälligsten Ursachen mag sein, dass Männer in Gruppen, junge Männer zumal, die sozial depriviert sind und einen massiven Verlust ihrer Selbstwirksamkeit erlitten haben, wie das bei Flüchtlingen der Fall ist, potenziell gefährlich sind, weil sie am empfindlichsten auf Zurücksetzungen reagieren. Das führt leicht zu kriminellen und gewalttätigen Handlungen, die ein kurzfristiges „Souveränitäts- erleben“ versprechen. Vor allem dort, wo die Gefahr, sanktioniert zu werden gering ist, weil die Akteure zu Recht wahrnehmen, dass sie wegen des Behördenversagens im Gastland nicht belangt werden können.

Wenn die These richtig wäre, dass feminophobes Verhalten dort auftritt, wo Männer schwach sind und wenn schwache Männer gefährlich sind, muss man sich um diese Männer kümmern. Ohne Frage vorrangig mit vermehrtem Polizeieinsatz zum Schutz der Frauen. Der Schutz der Frauen aber ist auch der Schutz der allermeisten Flüchtlinge und der Unentschiedenen unter den tatbereiten Männern, letztlich damit der Schutz der Männer vor sich selbst. Wenn die aktiven Täter gezielt gehindert und bestraft werden, wird die Grauzone des Möglichen und damit die Verdrängungszone dessen, was sich nicht gehört, schmaler. Es wird mehr von denen geben, die sagen: Nein, da mache ich nicht mit.

Integration kann nur in Schritten gelingen. Die integral gut gemeinte und vielleicht naive „Willkommenskultur“, die ein positives Signal setzte, hat einen Dämpfer bekommen. Wir sind aufgerufen, uns mit Ehrbegriffen zu befassen, die wir glauben, hinter uns gelassen zu haben. Ein Trost ist der ganz einfache und schlicht säkulare: Dass Mann und Frau in einer modernen und solidarischen Gesellschaft allgemeines Ansehen erwerben können, wenn sie Arbeit haben, Familien gründen und ihre Existenz selbstständig sichern.

Aber gewähren wir uns das eigentlich selbst?

Wir lassen zu, dass ganze Stadtviertel ins Prekariat gelangen und stehen zugunsten anderer politischer Präferenzen für die Zukunft unserer eigenen Kinder und Jugendlichen nur mit halber Kraft ein. Wir sehen dabei zu, wie die soziale Schere immer weiter aufgeht. Da können wir kaum wirksam für die Integration von Menschen sorgen, deren Verhalten und Werte uns fremd sind.

Das zu befürchtende Ergebnis aber wäre eine symmetrische Eskalation der gegenseitigen Entfremdung und eine Ghettoisierung wie in den Banlieus von Paris. Der Schaden wäre groß, selbst für diejenigen, die sich dem Prekariat kraft ihrer Vermögensverhältnisse entziehen können.

Exzessive Ehrbegriffe und Feminophopie sind kulturell bedingte Angstsymptome. Ohne Zweifel sind es gefährliche Symptome, aber sie sind heilbar in einer sozial orientierten solidarischen Zivilgesellschaft.

Ich empfehle weiterführend den Vortrag von Gert Krell:

Geschlechterverhältnisse – zwischen Gewalt und Frieden (anlässlich einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Hexenprozesse des Kurmainzischen Amtes Hofheim), gehalten am 27.4.2012.

http://.gert-krell.de/geschlechterverhältnisse.pdf

 

26.10.2015

Aktuell bin ich mit einem neuen Romanprojekt beschäftigt. Es gibt aber hier einiges zum Stöbern, ab und zu ein neues Foto oder eine Metallarbeit....

 

7.6.2015

Die Grenze zwischen den Lebenden und den nicht mehr Lebenden ist schmal, man will es nicht wahrhaben. Eine seltsame Begegnung, vielleicht eine Halluzination, führte zu dieser Geschichte.

Dame mit Hut

weiterlesen....

 

15.3.2015

Der Frühling kommt. Anlass für manches. Für mich unter anderem, meine Schmiede wieder in Betrieb zu nehmen. Wenn Sie wollen, nehme ich Sie mit.

weiterlesen......

 

16.2.2015

Geld und Sex. Sex und Geld. Der Ameisenstaat.

 Biologismen, ich weiß. Dennoch – die Ameisen haben einen Staat, sie haben vielleicht sogar eine Gesellschaft. Wahrscheinlich besitzen sie nur sehr wenig Individualität und dennoch stirbt jede für sich allein. Das ist nicht nur eine Floskel.

weiterlesen......

 

13.1.2015

Die folgenden Überlegungen setzen meine beiden vorangegangenen Essays „Der Kadaver Gottes“ und „Die Lieblinge des Midas“ fort, eine Diskussion also über archaische Symbolik und westliche Werte.

Dazu möchte ich den Begriff des „Opfers“ ins Spiel bringen. Weil ich - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der jüngsten Bluttat in einer Pariser Zeitungsredaktion, bei der zwölf Menschen in einem vorgeblichen Racheakt getötet wurden - den Eindruck habe, dass solche religiös-fundamentalistische Gewalttaten in Form einer Opfertat vollzogen werden mit dem Versuch, Gewalthandlungen zu sakrifizieren.

weiterlesen.....

                                                                                                                                            

17.12.2014

Wer kann von sich sagen, dass er einmal etwas wirklich Großes erlebt hat? Manche Leute können das, sicher. Ich könnte es auch, aber ich habe es verpatzt.

Ich bin nämlich Schiller begegnet. Ja, Schiller. Aber lesen Sie selbst, ich habe es aufgeschrieben.

Wie ich Schiller losgeworden bin

Der Tag, an dem ich Schiller begegnet bin, war ein Sonntag. Mein Sohn Florian ging an die Tür, als es klingelte.......

weiterlesen.....

 

23.11.2014

Ich bleibe noch beim Schmecken, das Thema hat etwas Verführerisches. Beim Internationalen Mannheimer Filmfestival habe ich einen Beitrag gesehen, der mich zu der folgenden Betrachtung angeregt hat.

Das aktuelle Bild, das dazu passt, ist in Madrid entstanden, auf der Plaza Mayor. Vor allem die Kinder haben die enormen Seifenblasen bewundert. Für die Erwachsenen waren sie, wie manches, nicht mehr so interessant.

Lob des Dilettantismus. Sapeurs.

"Ist das Ihr Hobby?" Wer die Frage fürchtet, kennt das Problem....

weiterlesen...

 

8.11.2013

Das neue Bild zeigt eine der schönsten Johannisbeertorten, die mir je begegnet ist. Sie wird im Schwarzwald gebacken, in Furtwangen, ich sage nicht, wo. Das verrate ich nur bei persönlichem Kontakt

Unter den Zuschriften, die ich in den letzten Tagen bekam, befand sich eine, die mir einen Hinweis auf die tiefere Wortbedeutung der Artbezeichnung "Sapiens" beim "Homo Sapiens" gab. Ich habe etwas gelernt: Dass "Sapere" sich nämlich vom Schmecken bestimmt und dass die "Weisheit" der Menschenart, zu der wir gehören, des "Homo Sapiens" eben, eine weiter gefasste Interpretation darstellt. Der Schmeckende also. Nach unseren Vorfahren, dem "Habilis", dem "Erectus" und dem "Neanderthalensis", dem man sonst nichts mitgegeben hat, als den Fundort. Wenn man uns Zeitgenossen das Schmecken zutraut, dann passt die folgende Geschichte, die ich (nichts ahnend von "Sapiens") vor einiger Zeit geschrieben habe.

Kaldaunen im Pharamond

Aus der Unterwelt stammen sie, aus dem behüteten Dunkel des Leibes, von dem nichts Lebendes etwas wissen möchte. Zu erschreckend die Vorstellung......

weiterlesen.....

 

22.10.2014

Auf einer Japanreise im letzten Herbst, bei der auch das Bild von den Kois aufgenommen wurde, ist diese (bisher noch nicht veröffentlichte) Kurzgeschichte entstanden.

Das Teehaus

Jeden Dienstag in der Frühe besuchte Herr Tanizaki den Garten des Kaisers.....

weiterlesen.....

 

13.10.2014

Ich habe inzwischen einige Zuschriften zu meinem Artikel "Der Kadaver Gottes", eingestellt am 26.9.2014, erhalten. Über die Offenheit und die bereichernden Gedanken darin habe ich mich sehr gefreut. Die Beiträge ermutigen mich dazu, den Diskurs noch einmal aufzugreifen. Ich füge einen Artikel an, in dem ich einen weiteren Aspekt erörtern möchte.

Die Lieblinge des Midas. Zur Alchemie mit der Schuld.

weiterlesen......

 

26.9.2014

Der Kadaver Gottes. Dschihadismus und westliche Werte.

Der Dschihadismus hat Konjunktur. In den letzten drei Jahren sind nach Recherchen des New Yorker Soufan Instituts 12 000 junge Männer, ein Viertel von ihnen aus westlichen Ländern, in den heiligen Krieg gezogen, die meisten zog es zur IS-Miliz. Sie werden nicht davon abgehalten, dass.....

weiterlesen....

 

22.9.2014

Hier beginnt, was aktuell ist. Das werden Texte sein, auch Bilder, manchmal beides zusammen.

Die Kolumne, die so entsteht, wird ihr eigenes Archiv werden. Ein Schaufenster, das immer neu dekoriert wird.

Wenn ich etwas geschrieben habe, das fertig ist, soll es vom Schreibtisch verschwinden, sonst wird es schwerer, etwas Neues zu schreiben. Vieles kommt in die Schublade, ab und zu wird ein Buch daraus. Manches wird ins Schaufenster gestellt. Man kann davor stehen bleiben und hineinschauen. Wer vorbei kommt und nachsieht, wird immer wieder etwas darin finden. Ein neues Bild, einen neuen Text. Auch Veranstaltungen werden hier angekündigt werden.

Ich freue mich über Kommentare und werde sie beantworten.