Roman
Ein
nächtlicher Unfall auf der Autobahn am Frankfurter Kreuz.
Den Abschleppwagen fährt Richie Salewski, Langzeitarbeitsloser
und Hartz IV-Kandidat; einer der Nebenjobs, mit denen er sich über
Wasser hält. Auf dieser Fahrt macht er eine Entdeckung,
die sein Leben verändert.
Ein Leben, das sich im Sommer
in einer absterbenden Schrebergartenanlage in Rüsselsheim und
einer öden Sozialwohnung im »Dicken
Busch« abspielt, auf einem Motorroller
und vor dem Bildschirm seines altertümlichen Computers, auf dem Richie
am liebsten in Ego-Shooter Spielen versinkt. Ein weitmaschiges Netz von Gelegenheitsdienstleistungen
verbindet ihn mit den paar Freunden, die ihm noch geblieben sind. Seit kurzem
ist da immerhin auch Larissa, Kassiererin im Penny-Markt. Aber die Aussichten
auf einen Flirt sind ungünstig, zumal Larissa ihre eigene Art Nebenverdienst
betreibt.
Richie ist ein »Adie«, er leidet
an einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom: Vergisst alles, kann
sich nur mit Hilfe seines Handys, seiner Alltagsrituale und
mit herumfliegenden Zetteln organisieren. Sein Gehirn funktioniert
nur mit einem ausreichend hohen Adrenalinspiegel.
Seit der Entdeckung
in der bewussten Nacht mangelt es Richie nicht an Aufregungen:
Im Boden des Unfallwagens waren zwei Stinger-Raketen versteckt. Die Raketen
werden zum Einsatz in Richies großem Spiel, mit dem er sein Leben
endlich in den Griff bekommen will.
Auf geheimnisvolle Weise taucht dabei
ein Koi auf, ein japanischer Karpfen. Der Koi erweist sich als Richies
Berater bei dem Plan, den Frankfurter Flughafen um drei Millionen Euro
zu erpressen. Zunächst nimmt man Richie nicht
ernst, er muss handeln.
Nachdem er eine der Raketen in ein einsames Containerdepot
geschossen hat, kommen die Ereignisse in Gang. Er wird nun zwar ernst
genommen, aber er hat mit seiner Aktion auch die ursprünglichen
Besitzer der Raketen, eine Gruppe terroristischer »Schläfer«, auf
sich aufmerksam gemacht.
Richie verfügt inzwischen über jede
Menge Adrenalin: Die Werbung um Larissa, die geplante Erpressung,
vor allem aber die Terroristen, die ihm tatsächlich auf
den Leib rücken,
fordern ihn erheblich. Dazu kommt, dass der beratende Karpfen sich
nicht nur als guter Geist erweist, sondern offenbar eigene Ziele
verfolgt. Auch er scheint ein ambitionierter Spieler zu sein
und Richie kann nur hoffen, dass sie beide dasselbe Spiel spielen.
Erschien im Herbst 2008 im Emons Verlag Köln. | Leseprobe (PDF)
Pressestimmen
»Fliegende Fische« ist ein rasanter
Roman, dessen Geschwindigkeit sich auch in der Sprache des
Ich-Erzählers widerspiegelt.
[…]
Dabei gelingt es Braun, seinen Protagonisten so unauffällig
zu charakterisieren, dass dieser dem Leser trotz seiner vielen
Marotten ans Herz wächst.
Rheinpfalz vom 3.12.2008 | Artikel
als PDF
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